Über
Los Superdemokraticos ist eine Initiative der Autorinnen und Redakteurinnen Rery Maldonado und Nikola Richter und versteht sich als ein Pilotprojekt für intellektuelles Fairtrade, für den gleichberechtigten Austausch zwischen zwei Kontinenten und seinen Regionen: Deutschland, den lateinamerikanischen Ländern (mit migrantischen Ablegern in Israel, den USA und anderen Ländern). Los Superdemokraticos, kurz LSD, wird seit Frühjahr 2010 von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Ausgewählte Autorinnen und Autoren schreiben aus ihrer subjektiven Perspektive über globale Themen. An dem Schnittpunkt zwischen Ich und Umwelt werden Zusammenhänge deutlich: Wie komplex nehme ich die Welt wahr?
Von Juni bis Oktober 2010 entstanden auf dem Blog www.superdemokraticos.com etwa 200 Kurzessays, auf Spanisch und Deutsch lesbar, zu den vier Bereichen Geschichte, Bürger, Körper, Globalisierung. Im Frühjahr 2011 erschien eine Anthologie ausgewählter Essays plus Glossar im Verbrecher Verlag, kann man u.a. auch bei TUBUK kaufen, der Onlineplattform für unabhängige Literatur. Gegen Ende des Jahres erschien dieser Essayband auch auf Spanisch, als Ebook bei Ediciones Vínculos, Bolivien (hier kostenlos herunterladen). Auf diesem Netzwerk aufbauend führt Los Superdemokraticos ab Mai 2011 die bilaterale literarisch-politische Berichterstattung zwischen Lateinamerika und Deutschland fort, allerdings stärker medienbeobachtend, mit je einem Facebook-Agenten in Lateinamerika und Deutschland. Diese scannen zusätzlich zur Redaktion Blogs und Online-Medien nach wichtigen Debatten und stellen sie zur Diskussion. Verschiedene, nach Thema ausgewählte Monatsautoren schreiben über aktuelle Fragestellungen und ergänzen somit die medialen Debatten zwischen Europa und Lateinamerika.
Die Superdemokraten verstehen sich als Kooperativa, als Genossenschaft: ein Netzwerk, in welchem die einen für die anderen da sind. Mit monatlichen Sommersalons in Berlin wurden 2010 verschiedene lateinamerikanische Initiativen Berlins auf das Blog aufmerksam gemacht, aber auch unterstützt, dies wurde 2011 weitergeführt, mit mehr als 20 Veranstaltungen (Lesungen, Workshops, Parties). Von den Buchmessen in Frankfurt im Oktober 2010 (Gastland: Argentinien) und Guadalajara im November/Dezember 2011 (Gastland: Deutschland) berichtete der LSD-Messeblog.
In einer Zeit, in der es keine gesellschaftsübergreifenden Utopien mehr gibt, zählt die private Utopie des Individuums wieder mehr, und das Erzählen, das Dokumentieren, das Ich-Sagen und Zuhören wird Teil des politischen Handelns. Wir verstehen das Individuum als nachhaltige Ressource unserer Umwelt – auf dem Blog entsteht ein Mosaik von subjektiven Erfahrungen des citoyens. Über das Internet ist der intellektuelle Austausch in beide Richtungen möglich.


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