Titanen im Ring

Abgelenkt kam ich zur Messe, mit den Augen eines Tourist von weit her, den die kleinsten architektonischen Details der urbanen Objekte erstaunen, die Intelligenz, die durch die Funktions-Mechanismen ausgedrückt wird, usw. Völlig unvorbereitet stolperte ich in das komplexe Monument aus Hallen, in denen physisch ein kleinster Teil des menschlichen Wissens, dargestellt in Büchern, ausgedrückt wird. Für einen Augenblick standen sich in meinem Geist diese beiden Dimensionen gegenüber: Die von Gebäuden überquellende Skyline, Viertel, Straßen, Stände, an denen sich die Verlage aus allen Ländern der Welt versammeln und die gigantische Weite des menschlichen Wissens, in einer homöopathischen Dosis.
Die Eröffnungsreden stimmten mit Nachdruck überein, dass das Buch niemals verschwinden wird, genau wie es Gutenberg schon vorschlug.

Erschöpft, weil ich schon 5 % der Fläche der Messe abgelaufen hatte, setzte ich mich in einen Ruhebereich auf dem zentralen Innenhof. Dutzende Jugendliche mit Laptops, Handys mit Internetzugang und anderen Geräten, von denen ich nicht mal weiß, wofür sie benutzt werden können, arbeiten in Gedanken versunken, konzentriert, jeder in seiner eigenen Welt.

Ich stellte mir die Spannung vor, zwischen diese beiden, an sich sehr unterschiedliche Sache, bezüglich ihres Gebrauchs, aber ziemlich ähnlich in der Praxis, wie bereitstehende, mittelalterliche Ritter, um in den Kampf zu ziehen. Die schwere, langsame, superreale Materialität der Bücher aus Papier und die schnelle, dematerialisierte Dynamik der digitalisierten Artefakte. Die Eröffnungsreden stimmten mit Nachdruck überein, dass das Buch niemals verschwinden wird, genau wie es Gutenberg schon vorschlug. Es wird für immer unter uns bleiben. Ich glaubte, das erleichtere Aufatmen, von denen, die dafür arbeiten diese Struktur des Wissens zu erhalten und zu bewahren, im Saal fühlen zu können. Was wird passieren?

Übersetzung: Barbara Buxbaum

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